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INTERVIEW [aus tri2b.com]
Kathrin Paetzold: Drunter und drüber im Juli
So gut das Jahr angefangen, so drunter und drüber ging es dann im Juli.
Aber jetzt erst mal der Reihe nach. Nach gutem Saisonstart beim
Duathlon in Oberursel, bei dem ich die Duathlonspezialistin Mariska
Kramer und Nicole Leder hinter mir ließ, verliefen die weiteren
Vorbereitungswettkämpfe eigentlich auch ganz gut und ich merkte, wie
sich das Training langsam setzte und ich immer schneller wurde. Umso
näher Frankfurt rückte, desto nervöser wurde ich jedoch, was ich bis
dato gar nicht von mir kannte. Und ab da ging es dann „bergab“, zwar
nicht mit meiner körperlichen Leistung, aber mein Kopf wollte einfach
nicht mehr.
Wenn ich beim Trainieren nur an
Frankfurt dachte, habe ich total verkrampft und so kam was kommen
musste. Ich war am Wettkampftag im Kopf so blockiert, dass überhaupt
nichts ging. Total gefrustet bin ich dann nach einer Radrunde
ausgestiegen. Ich habe mich dann direkt nach Frankfurt sehr schnell für
einen Start beim IM Switzerland eine Woche später entschieden, denn das
Trauma Frankfurt musste ich so schnell wie möglich überwinden, bevor
ich in ein Loch falle. Und für was hätte ich denn sonst so viel
trainiert?
Auf Abwegen im Zürichsee
Die Woche vor Zürich verlief dann alles andere als optimal. Mittwochs
bin ich mit einer Erkältung aufgewacht und habe den Rest der Woche dann
im Bett verbracht, in der Hoffnung auf rasche Genesung. Nachdem es mir
dann aber ab Freitag wieder wesentlich besser ging hab mich dann trotz
Dauerregen und sehr
frischen Temperaturen in den Zürichsee gestürzt. Das Schwimmen hat sich
ganz anders angefühlt als die Woche zuvor in Frankfurt und in der
ersten Runde konnte ich mich in einer kleinen Drei-Mann-/Frauengruppe
halten.
Leider habe mich ganzauf meinen Vordermann verlassen
und bin ihm blindlings nachgeschwommen, bis ein Boot mit wild winkenden
Insassen uns angehalten hat. Erst dann hab ich den Kopf aus dem Wasser
gehoben und musste entsetzt feststellen, dass wir mitten auf dem See
gelandet waren, weit weg von jeder Boje. Was für ein Schlamassel!
Ich wäre am liebsten ins Boot gestiegen aber das konnte ich den Leuten,
die mich die letzten Wochen so sehr aufgebaut haben und nun auch wieder
an der Strecke standen nicht antun! Also bin ich weiter gepaddelt und
konnte nach mageren 1:04 Stunden endlich wieder an Land.
Versöhnliches Finish an der Ländiwiese
Das Radfahren lief mir dann sehr gut, abgesehen von der Kälte und dem
Regen, mit dem alle zu kämpfen hatten, konnte ich Platz um Platz
gutmachen. Als vierte Frau bin ich dann vom Rad gestiegen und war mir
nicht wirklich sicher ob ich den Marathon durchstehe, denn die Kälte
hatte mir muskulär ganz schön zugesetzt. Ab Kilometer zwanzig haben
meine Beine dann schließlich zu gemacht und es war ab da an sehr hart.
Leider habe ich es nicht mehr ganz geschafft an die Siegerin Sibylle
Matter heran zu laufen und somit das Ticket für Hawaii knapp verpasst,
aber ich weiß jetzt zumindest, dass ich es doch noch kann! Und was
wäre, wenn ich mich nicht verschwommen hätte…? Manchmal soll es einfach
nicht sein!
Ich werde in der restlichen Saison noch ein paar kleinere Wettkämpfe
bestreiten und dann im September als letzten Höhepunkt bei einer
Mitteldistanz in Frankreich starten.
Kathrin Paetzold
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